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Trixxbox-Autor Alexander Lehmann hat nach dem Jugendworkshop in Meissen einen der Workshopleiter für euch interviewt: Pit Hartling.

 

Was ist dein Tip des Tages? 

Da hab’ ich gleich drei:

Tip 1: Lest Bücher

Zum Beispiel: “Roberto Light”, “Roberto Extra Light” und “Roberto Super Light” (Roberto Giobbi) auf Deutsch oder  “Scarne on Card Tricks” auf Englisch.

Tip 2: Lernt Spanisch.

Dann könnt ihr Ascanio und Tamariz im Original lesen. (Und Euch auf der halben Welt verständigen!)

Tip 3: Lest das Wort “Tip” rückwärts.

 Strahlen Spielkarten für Dich eine gewisse Erotik aus? 

Erotik nicht. Sinnlichkeit und Ästhetik durchaus.

Was war dein erster Kartentrick? 

Unter den ersten waren: Brainwave Deck, Kartenkontrolle mit Leitkarte, Twisting the Aces.

Was verbindest du mit der Pik Acht? 

Die Zahl 22. Und ich finde die Pik Acht eine der optisch schönsten Karten. (Woher wisst ihr das?? Oder war das Zufall?)

 Wie viele Kartenspiele trägst du gerade bei dir? 

Im Moment fünf. Aber ich bin natürlich auch gerade auf dem Rückweg vom Jugendworkshop in Meissen. Normalerweise habe ich ein Kartenspiel bei mir.

 Was möchtest du den Nachwuchskartentrixxern zum Abschluss des Interviews sagen?

Grundsätzlich: “Macht, worauf ihr am meisten Lust habt.” Nach dem, was ich in Meissen gesehen habe, allerdings auch: “Danke!”, “Hut ab!”, “Weiter so”!

 

 

Traditionsgemäß ging es auch in diesem Jahr wieder Sonntag früh nach Schönfeld zum Zauberschloss. Es ist schön, jedes Jahr die Fortschritte beobachten zu können und der Bühnensaal auf dem Schloss bietet ein tolles Ambiente für die den Workshop abschließende Show der Seminarleiter und Freunde des Workshops.

Es sei nur kurz gesagt, standing ovations der Teilnehmer am Ende und viel Applaus mittendrin, doch macht euch einfach selbst ein Bild.

Im dritten und letzten Workshop des diesjährigen Jugendworkshops Meissen ging es um die kleinen bunten Papierdinger, die ein großer Teil der Zauberer ständig mit sich herumschleppt – um Spielkarten. Auch wer nichts von stundenlangen Fingerverrenkungsübungen hält, konnte bei Pit Hartling durchaus Spaß an Kartenmagie entwickeln. So präsentierte der Kartenmeister zunächst eine kleine Routine die zwar nicht ganz ohne Übung, aber dafür ohne wirkliche Fingerfertigkeit auskommt. Gemeinsam wurde diese einstudiert und ausprobiert.

Im Anschluss konnten Fragen jeglicher Art diskutiert und ausgearbeitet werden. So wurden die Fähigkeiten Farben zu spüren und Chaos zu ordnen trainiert und im Anschluss über warhaft “triumpfartige” Effekte gestaunt. Auch wenn sich gegen Ende ein paar Kartenhaie in Fachsimpeleien verloren, so kamen doch sicher alle auf ihe Kosten und es wurde ganz klar, dass Kartentricks nicht unbedingt komplizierte Griffe benötigen, um als wahre Wunder erkannt zu werden.

 

 Wie relativ oft in Meissen gab es auch in diesem Jahr wieder bei der Liste der Workshopleiter Namen, die nicht jeder kennt. So ist der Zauberkünstler Thomas Thompson sicherlich nicht allen ein Begriff, aber das heißt nicht, dass er nicht ein Meister seines Faches ist. Seit rund fünf Jahren arbeitet er als Vollprofi Straßenkünstler in allen Städten deutschlandweit.

In seinem Workshop konnten alle live erleben warum seine Show funktioniert und wertvolle Tipps zum Aufbau einer (Straßen-)Show sammeln. Jeder, auch diejenigen, die sich nicht vorstellen können jemals auf der Straße zu arbeiten, konnten viele wertvolle Gedanken mitnehmen. Denn der Umgang mit Störenfrieden, das kreieren von Spannungsbögen und das Herausarbeiten von magischen, gemeinsam erlebten Momenten lassen sich eben so gut auf jede andere Bühne der Welt übertragen.

Mit seiner sympathischen Ausstrahlung und seiner Liebe zu Details konnte Thomas nicht nur vielen Straßenzauberei generell näher bringen, sondern insbesondere Straßenzauberei, die ohne dumme Sprüche über die Passanten und ohne laute Aufdringlichkeiten auskommt.


AM Samstagnachmittag gab es zwei Vortträge: Rüdiger Deutsch zeigte Bilder und Filme mit herausragenden Beispielen seiner Sammlung von Zaubergeräten und Axel Hecklau referierte über Arbeitsorganisation mit Hilfe von Computerprogrammen – speziell mit PDF-Formularen. Danach traf man sich in den Feedbackgruppen  zur konstruktiven Kritik:

Gestern abend konnte jeder mitmachen … und es gab einiges zu sehen: Verkettete Fahradschläuche, untersuchbare Marterpfahlfesselseile, spanische Kartenschule … und vieles mehr. Ein toller Abend! Für die Daheim gebliebenen hier einige Impressionen:

Oft besonders effektvoll und immer wieder ein Hingucker ist der Einsatz von Pyrotechnik auf der Bühne.

Doch welche Möglichkeiten des Einsatzes von Pyrotechnik gibt es und was ist ohne spezielle Ausbildung erlaubt?

Solche und ähnliche Fragen beantwortet Kevin Sell in seinem Seminar. Der ausgebildete Pyrotechniker war die letzten Jahre selber noch als Teilnehmer dabei und konnte jetzt mit einem eigenen Workshop sein Wissen weitergeben. Nach einem sehr ausführlichen Theorieteil über Verbote, Gebote, Transport- und Lagerrichtlinien, sowie den richtigen Einsatz der Zündsätze konnte es endlich zum praktischen Teil übergehen.

In drei kleinen Gruppen wurden fünf Bühnenfontänen mit Pryo-Schnur verbunden, ein Elektrozünder installiert und Kabel bis zum Empfänger verlegt. Es folgte eine gemeinsame Zündung aller drei “Bausätze”.

Im anschließenden “Show-Teil” wurden unter freiem Himmel sämtliche Möglichkeiten des Bühnenfeuerwerks präsentiert. Alles in allem ein informativer Workshop, der auch etwas fürs Auge und Ohr bot und sicher einige animiert hat, die Lagerung ihrer Pyromaterialien zu überprüfen. Hier einige Bilder:

Zurzeit ist Kaffepause, nachdem sich alle Teilnehmer (Jugendliche, Workshopleiter und Gäste) warmgezaubert haben. Hier einige Eindrücke vom Warmzaubern: